Dupuytren'sche Kontraktur
Hierbei handelt es sich um eine familiär gehäuft auftretende Erkrankung hauptsächlich der Männer (7:1), die sich erst relativ spät im Leben einstellt. Ab ungefähr dem 50. Lebensjahr kommt es in der Handfläche zu knotenförmigen Verhärtungen, die sich im Laufe der Jahre zu Strängen erweitern. Diese Stränge beginnen, an den Fingern zu ziehen, so dass keine vollständige Streckung mehr möglich ist. Im weiteren Verlauf werden hauptsächlich die Mittel- bis Kleinfinger weiter gebeugt, so dass Tätigkeiten mit gestreckten Fingern (Gesicht waschen, in die Hosentasche greifen, o.ä.) nicht mehr möglich sind. Ein Faustschluß ist jederzeit möglich, Schmerzen sind äußerst selten.
Eine Operationsindikation besteht, wenn die Finger ein Streckdefizit von 30° aufweisen oder Knoten druckschmerzhaft wird. Kleinere Veränderungen sollten nicht entfernt werden, bei verfrühter Operation ist ein Wiederauftreten leider keine Seltenheit. Für eine erfolgreiche Operation muß ein großer Aufwand getrieben werden, d.h. Operationszeiten von 2-3 Stunden sind keine Seltenheit. Trotzdem kann der Eingriff in Armbetäubung und Dämmerschlaf erfolgen, auf Wunsch natürlich auch in Vollnarkose. Das krankhaft veränderte Körpergewebe, die sog. Palmaraponeurose, muß dabei so komplett wie möglich entfernt werden, wichtige anatomische Strukturen wie die feinen Nerven und Gefäße müssen im Knotengewebe dargestellt und geschont werden. Durch diesen relativ hohen Schwierigkeitsgrad erklärt sich die lange OP-Zeit, kürzere OP-Zeiten ergeben sich eigentlich nur durch falsche Indikation (zu frühe Operation) oder nicht sachgerechte OP-Technik (das veränderte Gewebe wird nicht gründlich entfernt). Nach der Operation ist für eine Woche ein Gips notwendig, Fäden werden nach 12 Tagen entfernt. Meist schließt sich an die Operation eine krankengymnastische Übungsbehandlung an, Arbeitsunfähigkeit besteht für 3-6 Wochen je nach Tätigkeit. Neben den üblichen chirurgischen Risiken wie Entzündung oder Bluterguß ist ein Wiederauftreten möglich.